Beratung auch für Männer?

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich auch Männer in den Wechseljahren berate. Gleich vorweg: Nein. Meine Wechseljahreberatung richtet sich an Frauen.

Es kam allerdings schon vor, daß eine Klientin beim dritten oder vierten Termin den Mann dabei hatte, damit der mal hört, was die Wechseljahre sind. Und ich könnte mir durchaus vorstellen einen Mann zu beraten, wenn einer anruft und fragt: Meine Frau hat sich so verändert, kann es sein, daß sie im Wechsel ist und können Sie mich mal informieren. Warum nicht? Auf Gesundheitsmessen höre ich von Männern ja auch oft: „Geben Sie her einen Flyer, wissen Sie, wir leiden ja beide.“

Aber an und für sich berate ich ausschließlich Frauen.

Was jetzt übrigens nicht bedeutet, daß Männer selbst keine Wechseljahre erleben.
Früher hießen sie „Midlife-crisis“, heute werden sie Andropause oder auch Klimakterium virile genannt.
Auch Männer werden älter. Ihre hormonelle Umstellung ist nicht so krass wie bei uns- sie können ja auch bis ins hohe Alter Kinder zeugen- aber trotzdem kommt es zu Veränderungen: Der Testosteronspiegel sinkt, die Menge des Ejakulats nimmt ab- man sagt ein Mann ist in den Wechseljahren, wenn sein Ejakulat unter 2 Milimeter sinkt. Und siehe da, auch Männer können Wechseljahrebeschwerden haben! Diese reichen von Reizbarkeit, Lustlosigkeit über Gewichtszunahme, Muskelabbau bis Erektionsstörungen.

Auch Männer werden älter und „wechseln“ die Lebensphase. Auch sie fragen sich: War das Alles oder kommt noch etwas. Und selbst, wenn sie mit 50 noch einmal Väter werden, dem Älterwerden können auch sie nicht davon laufen.

Und trotzdem:
Ich berate Frauen, keine Männer.

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„Tatort-Kommissarin“ in den Wechseljahren

Wir Frauen in den Wechseljahren brauchen Vorbilder. Jahrelang waren die Wechseljahre negativ besetzt. Jahrelang ging es nur um medizinische Aspekt. Doch in den letzten Jahren entstand eine neue Sichtweise auf die Wechseljahre. Und immer öfters melden sich bekannte Frauen, öffentliche Frauen zu den Wechseljahren. Andrea Sawatzki, Schauspielerin und langjährige Tatort-Kommissarin, gehört zu diesen bekannten Frauen, die über die Wechseljahre reden.

In der BUNTEN berichtet Andrea Sawatzki nun über ihre Sichtweise auf die Wechseljahre.
Ihrer neues Serie „Klimawechsel“ kämpft sie gegen und mit den Wechseljahren, gegen Schweissausbrüche und untreue Männer. Privat sieht sie der Menopause eher gelassen entgegen. Die Wechseljahre sind für die 47-jährige Schauspielerin Andrea Sawatzki kein Grund zur Panik. In einem Gespräch zur neuen ZDF-Reihe „Klimawechsel“ (ab 7. April 2010) sagte sie der Nachrichtenagentur DAPD: „Ich glaube einfach, dass man in der Menopause in einen anderen Lebensabschnitt übergeht. Ich denke auch, wenn man das positiv nimmt, hat es ja auch was Befreiendes.“

Mehr dazu lesen Sie hier.

Humor bitte!

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Mit Humor gelingen die Wechseljahre eindeutig besser!

Lange waren die Wechseljahre sprachlich fast ein Tabu. Frau sollte möglichst unauffällig bleiben und nicht über die „unangenehme Sache“ reden. Dabei wäre darüber reden hilfreich, wir würden die „Wechseljahre“ aus dem Keller holen, sie entstauben und auch über uns und unsere Geschlechtgenossinnen lachen lernen! Wie etwa in diesem  Kabarettausschnitt.

Das unerhörte Rammellied

Tabu oder Thema?

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Googelt man den Begriff „Wechseljahre“ bekommt man tausende Links zu Pharmafirmen und endlos viele Links zu medizinischen Seiten. Was man kaum bekommt, sind Berichte von Frauen, die die Wechseljahre erlebt haben. Sogar auf Google-Blog-Search gibts kaum Treffer von betroffenen Frauen.

Hmmmmm…..
Was schließ ich daraus?
Frauen in den Wechseljahren bloggen nicht?
Frauen in den Wechseljahren reden nicht darüber?
Es gibt gar nix zu berichten?
Die Wechseljahre sind vor allem ein medizinisches Thema?
Vor allem Pharmafirmen interessieren sich für die Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind ein TABUthema?

Dann fand ich einen spannenden Online-Artikel der Zeitschrift Brigitte aus dem jahr 2007.

„Selten hatte BRIGITTE so große Schwierigkeiten, Frauen zu finden, die bereit waren, öffentlich über ihre Erfahrungen zu sprechen, wie bei diesem Thema.“ schrieben die Autorinnen Irene Stratenwerth jund Monika Murphy-Witt und zogen den Schluss „Anscheinend sitzen wir einmal mehr in der Falle: Je besser es uns gelingt, möglichst lange jung und fit zu wirken, desto weniger können wir damit umgehen, dass die biologische Uhr dennoch weitertickt.“
Da fällt mir MADONNA ein, die ist doch grad 50 geworden.
Würde sie öffentlich eingestehen Hitzewallungen zu haben? Würde sie laut sagen „Hey, ich bin jetzt im Wechsel“?
Wohl nicht. Aber warum nicht????
Naja, vielleicht hat sie ja auch keine Probleme und geht der Wechsel sozusagen wie im Schlaf an ihr vorbei.
Keine Fragen wie…..wo gehts hin…….was ist mir wichtig…….wie schaut meine Beziehung aus……??
Auch keine Gedanken an Falten, Gewichtszunahme etc.??????
HA!! Erwischt.

Ich kann euch auf alle Fälle berichten, daß die Pharmafirmen prächtig damit verdienen, daß wir Frauen über die Wechseljahre nicht reden.
Seit ich meine Homepage online geschalten habe, ruft fast jede Woche eine Firma an, die mich dazu überreden will in meiner Beratung doch ihr grooooßartiges Wunderwuzzi-Produkt gegen Wechseljahrebeschwerden zu vertreiben.
Da scheint ja das Geld auf der Strasse zu liegen…..

Was wäre, würden wir Frauen über die Wechseljahre reden, miteinander, aber auch öffentlich?

Die Autorinnen des Brigitte-Artikels kommen zu dem Schluss:
„Vielleicht müssen wir die Wechseljahre für uns noch mal neu erfinden. Nicht mehr als Anfang vom Ende. Sondern als Anfang von etwas ganz Neuem.“

Genau! Etwas Neues beginnt! Reden wir darüber……

Hier der wirklich gute Brigitte Artikel