Vortrag „Hitzewallungen & Lebenslust“ in Adnet


Gestern habe ich meine Vorträge für das Salzburger Bildungswerk gestartet. 

Unter dem Motto „Hitzewallungen und Lebenslust- ja geht das denn“ gebe ich in diesem Vortrag eine Einführung in das Thema Wechseljahre und ermutige die Frauen ihre Wechseljahre auch als Chance zur Veränderung zu sehen.
Das Leben in der Lebensmitte überdenken, in sich hineinhören, die eigenen Bedürfnisse erlauschen und das Leben dort ändern, wo es zur Gewohnheit wurde aber schon lange nicht mehr „mein“ Leben ist.

Natürlich gab es auch Information zu Wechselbeschwerden und Anregungen zu einem natürlichen Umgang mit Hitzwallungen.

An die 60 Frauen waren gestern in den Gemeindesaal Adnet gekommen.
Für mich überraschend viele Frauen. Immerhin ist das Thema Wechseljahre immer noch ein Tabuthema.
Und so berichteten auch einige der anwesenden Frauen, daß die Freundin erst mitgehen wollte, dann aber doch abgesagt hat mit den Worten: Nein, so alt bin ich ja noch gar nicht!

Ich bedanke mich daher ausdrücklich bei allen Frauen fürs Kommen!
Schön, daß Sie den Mut fanden. Ich hoffe es hat sich ausgezahlt 😉

Gott sei Dank, alles ist normal mit mir!

Neben der Einzelberatung für betroffene Frauen, halte ich auch Vorträge zum The,ma Wechseljahre. Kürzlich für eine Salzburger Bildungseinrichtung in einer kleineren Stadtgemeinde.

Gekommen sind 10 Frauen, wir waren also eine kleine, aber feine, Frauenrunde.
Da lässt es sich sehr individuell arbeiten und es ist mir möglich auf alle Fragen einzugehen.

Nach einer Einführung zu den körperlichen Aspekten der Wechseljahre (etwa was genau hormonell passiert, welche Phasen man körperlich durchläuft, welche Beschwerden man erleben kann), einer Darstellung der psychischen Seite ( also den Wechseljahren als Entwicklungsphase der Frau), diskutierten wir die Wege und Schritte des Älterwerdens an sich – wie erleben die anwesenden Frauen diese Lebensphase, vor welchen Fragen stehen sie, gibts Entscheidungen zu fällen, was liegt vor ihnen.
Abschließend berichtete ich, anhand der oftgenannten Wechseljahrebeschwerden Hitzewallung & Schlafstörung, wie man im Alltag mit diesen Beschwerden umgehen kann, was Mutter Natur so bereit hält für diese Symptome. Dabei blieb genug Raum für Erfahrensaustausch und Weitergabe von eigenen Lösungen bzw. Tipps.

Immer wieder höre ich am Ende so eines Abends Aussagen wie:

  • Hat mir gut getan zu hören, daß es auch anderen Frauen so geht.
  • Gott sei Dank. Jetzt weiss ich, daß alles normal ist mit mir.
  • Bin ich froh zu wissen, daß mit mir alles in Ordnung ist.
  • Ich bin jetzt beruhigt. Ich weiss mit mir stimmt alles.

Und jedes Mal denke ich mir:
Ja, und genau dafür- für diese Beruhigung, für diese Erkenntis- hat es sich ausgezahlt hier zu reden.

Wir Frauen glauben immer funktionieren zu müssen, haben den Anspruch an uns (fast) perfekt zu sein.
Jahrelang versorgen viele von uns Mann und Kinder. Jahrelang kommen zuerst die Anderen und dann erst wir.

Der Wechsel bremst uns in diesem Funktionieren manchmal aus. Er stoppt uns etwas, fordert uns auf inne zu halten und über uns und unser Leben nachzudenken, Resumee zu ziehen, vielleicht müssen wir sogar das Leben etwas überdenken und neu planen.

Tja, und in dieser Zeit funktionieren wir eben nicht wie gewohnt. Wir sind vielleicht zickig, wir schwitzen womöglich, vielleicht sind wir vergesslich oder emotional mal durch den Wind, wir erleben Unsicherheit, Hitzewallungen und Schlafstörungen……wir sind in einer Art „zweiten Pubertät.

JA, das alles ist normal. Wir sind im Umbruch, im Wandel.
Und – keine Sorge – es ist nur vorübergehend!
Nach den Wechseljahren sind Sie wieder im Lot. Versprochen.

Das schlechte Image der Wechseljahre

wr_logo_rz2Gestern stand ich den ganzen Tag mit einem Stand im Europark, dem größten Einkaufscenter Salzburgs und präsentierte meine Wechseljahreberatung. Es waren wahnsinnig viele Menschen unterwegs, ein richtiger Rummel. Ein super Tag also für einen Werbestand.
Da es mein erster öffentlicher Auftritt mit einem Stand war und ich in Zukunft plane auf Messen zu fahren, war ich richtig gespannt auf die Reaktionen der Menschen und auf die Erfahrungen mit dem Stand. Hier ein paar Begegnungen von gestern und was mir diesbezüglich durch den Kopf geht.

Grundsätzlich war das Interesse und auch die Wahrnehmung  meines Angebotes gut. Es kamen viele Frauen und auch Männer neugierig und offen vorbei, fragten, informierten sich, nahmen Flyer mit, berichteten mir.

Ich sah aber auch Frauen, die 5 Minuten lang vor einem Schaufenster mir gegenüber standen, sich immer wieder zu mir umdrehten, überlegten und schließlich den Mut nicht fanden zu mir zu kommen.  Irgendwann ging ich dann auf sie zu. Manche liessen sich für ein Gespräch gewinnen, manche flüchteten aber auch vor mir fast panikartig.
Oft hörte ich von Vorbeigehenden  „Schau, Wechseljahreberatung“. Begleitet wurde der Satz von Witzen und Lachen vor allem von jungen Menschen, von Kichern und Kopfschütteln von Frauen um die 40.
Ich sah Männer ihre Begleiterin anstupsen und hörte sie sagen „Wechseljahreberatung, geh doch rüber“. Die Frauen aber gingen schnurstracks weiter, schnelleren Schrittes als vorher.  Zweimal passierte es, daß Männer zurückkamen und meinten: „Schnell, geben Sie mir einen Flyer, meine Frau ist grad vorne im Geschäft. Wissens, Sie bräuchte dringend eine Beratung. Ich leide ja mit, aber kann nicht helfen“.
Eine häufige Reaktion war auch folgende: Als ich auf eine ca. 45 Jährige zugehe und ihr einen Flyer geben will, ruft sie laut: „So alt bin ich aber noch nicht!“ , lacht schrill und beschleunigt ihre Schritte. Eine andere über 40 Jährige, im Arm eines arabisch anmutenden Mannes, der sie sanft zu meinem Stand drängt, meinte entsetzt: „Nein, da hab ich noch Zeit! Bei dieser Frau habe ich genauer gefragt: Was sie so entsetzt. Warum sie sich so entrüstet zeigt. Sie meinte: „Na, wer will schon alt sein.“ Der arabisch anmutende Mann meint während des Gesprächs immer wieder: „Aber mein Schatz, niemand bleibt jung. Das ist doch ein normaler Prozess.“ Man konnte ihm die Liebe zu seiner Frau ansehen und wie gut er es mit ihr meinte.
Oft gehört habe ich auch Aussagen wie: „Jetzt bin ich auch in dieser furchtbaren Zeit.“ oder „Die blöde Zeit ist hoffentlich bald vorbei“ . Die Wechseljahre werden als schlimme Zeit erlebt bzw. haben den Ruf eine furchtbare und fürchtenswerte Zeit zu sein.

Diese Erfahrungen haben mich bestärkt darin, meine Aufgabe weiter zu verfolgen. Daß ein natürlicher Prozess so ein schlechtes Image hat, macht mich betroffen. Dass uns Frauen das Älterwerden so Angst macht, hat etwas Trauriges für mich. 

Denn, liebe Frauen, die Wechseljahre sind eine SPANNENDE Zeit. Ja, körperlich sind die Wechseljahre ein Prozess mit Begleiterscheinlungen wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen. Keine Frage, daß das auch nerven kann! Aber Sie durchlaufen auch einen Entwicklungsprozess und viele Frauen sagen danach, daß die Wechseljahre sie sehr verändert hätten zum Positiven.

DAS würde ich Ihnen gerne vermitteln und dabei würde ich Sie gerne begleiten.

Und wo bleib ich?

wr_logo_rz2

 

Endlich, die Kinder sind alle aus dem Haus. FREIHEIT! Tun und lassen können was man will und wann man will.

So haben viele Frauen vor ein paar Jahren noch gedacht und sich ins Leben gestürzt.

Doch mittlerweile

  • hat die Tochter ihr erstes Kind bekommen und steht regelmäßig vor der Tür mit den Worten: „Mama, hättest du Zeit um den Kleinen zu nehmen?“ und wirft dir einen verzweifelten Blick zu, der jeden Widerstand zusammenbrechen lässt.
  • ruft die eigene Mutter immer öfter an und meint: „Du könntest du für mich einkaufen fahren. Du weisst ja, ich hab Angst zu stürzen.“
  • fordert die Schwiegermutter jammernd: „Kannst du mir mal beim Putzen helfen? Du weisst ja, ich kann mich ja nicht mehr so bücken.“

Und du ahnst es: Die Freiheit war nur von kurzer Dauer.

Die Wechseljahre sind nicht nur eine hormonelle Umstellung des Körpers. Vielfach werden in der Zeit des Wechsels auch neue Aufgaben, neue Erwartungen und Forderungen an uns Frauen heran getragen. Und nicht selten reiben sich Frauen auf in den an sie gestellten Erwartungen, erfüllen sie ungeschaut und fühlen sich später überfahren, überfordert, eingeengt und stellen sich die Frage: Wo bleibe ich?

Zum Wechsel gehört auch dazu, Klarheit darüber zu gewinnen, welche familiären Forderungen in Zukunft auf mich zukommen und ob und wie ich diese erfüllen kann/ will.

Aufgabe der Großmutter

Wie sehe ich mich selbst als Großmutter? Wieviel Zeit will und kann ich als Großmutter einbringen? Will ich eine tragende Säule in der Betreuung der Enkelkinder spielen und damit viel Zeit investieren – oder- sehe ich mich als Oma, die wenig aber dafür besondere Zeit mit den Enkelkindern verbringt. Will ich vielleicht kaum bis gar nicht auf die Enkerl schauen- sondern mein Leben geniessen?  Wie sag ichs dann meinem Kinde? 

Aufgabe Altenbetreuung

Die Betreuung der älteren Generation beginnt immer schleichend – mal ein Einkauf da, mal ein Wohnungsputz dort, mal beim Duschen helfen da, mal die Schwiegermutter zum Hausarzt fahren dort. Altenbetreuung wird ganz selbstverständlich und meist ohne in den Familien darüber zu reden, den Frauen zugeteilt.

Umso wichtiger ist es, frühzeitig darüber in den Familien zu reden und vor allem sich als Frau darüber im Klaren zu werden welche Rolle man in der Betreuung der älteren Generation spielen kann und will. Welche Betreuungssituationen stehen mir ins Haus in den kommenden jahren? Wie stellen sich die Betroffenen die Betreuung vor? Was kann und will ich einbringen? Wer würde unterstützen? Wo sind meine Grenzen?

Sagen Sie Ja und auch Nein!

Betrachten Sie die möglichen Forderungen Ihrer Familie der kommenden Jahre, analysieren sie diese, werden sie sich selbst darüber im Klaren was sie wollen – und was eben nicht.  Übernehmen Sie Aufgaben bewusst. Lehnen Sie aber Aufgaben oder das Ausmaß einer Aufgabe auch klar ab. Reden sie mit ihrer Familie.

Damit sie nicht zerrieben werden und ihre Freiheit gänzlich verlieren.

Sie haben nur diese eine Leben.