Wechseljahreberatung für LAUBE

In die Wechseljahre kommen nicht nur Frauen, die geistig und körperlich gesund sind, sondern auch Frauen mit Beeinträchtigungen – körperlich und/ oder psychisch.

Aus diesem Grund habe ich mich sehr gefreut, als mich heuer die Organisation LAUBE kontaktierte und um einen Vortrag zum Thema Wechseljahre angefragt hat. Laube ist eine in Salzburg sehr etablierte soziale Organisation mit Schwerpunkt auf sozial-psychiatrische Aktivitäten.

Für mich stellte der Vortrag eine große Herausforderung dar. Mit Frauen zu arbeiten, die seit Jahren psychische Probleme haben, verlangt von mir viel Einfühlungsvermögen, aber auch Abgrenzung zu psychiatrischen Belangen. Mir erschien im Vorfeld sehr wichtig, eine einfache Sprache für den Vortrag zu verwenden und so die Frauen nicht zu überfordern mit Fachbegriffen. Ich wollte ihnen vor allem positive Bilder vom „Wechsel“ vermitteln.

Mitte November war es dann so weit.
Der Vortrag war zeitlich mit 1,5 Stunden bemessen und ich war ganz schön aufgeregt. Ich ging ohne PowerPoint oder ähnlichem technischen Schnickschnack in den Vortrag. Im „Gepäck“ hatte ich nur die „10 häufigst gestellten Fragen zu den Wechseljahren“, eine Sammlung von Fragen, die mir wieder und immer wieder gestellt werden. Sie reichen von „Bin ich schon im Wechsel obwohl ich noch blute?“ über „Muss ich noch verhüten, obwohl ich in den Wechseljahren bin?“ bis „Kommen auch Männer in den Wechsel?“

Anhand dieser 10 Fragen, die von den TeilnehmerInnen eifrig ergänzt wurde, arbeiteten wir dann fast 2,5 Stunden miteinander. Es war spannend, manchmal sehr berührend, aber auch lustig und komisch. Wir haben richtig viel miteinander gelacht. Und es ging ganz schön zur Sache! Die Frauen hatten keine Scheu auch über sexuelle Fragen zu reden. Hut ab vor so viel Mut!

Am Ende der Veranstaltung habe ich wohl das beste Schnitzel meines Lebens zu essen bekommen. Zubereitet von den männlichen Besuchern des Tageszentrums (die Frauen waren ja bei mir *gg*). Danke schön für die Beauftragung an die Laube. Und ein großes Danke für das Interesse an die Besucherinnen meines Vortrages. Und Danke für das wunderbare Schnitzel!

Gott sei Dank, alles ist normal mit mir!

Neben der Einzelberatung für betroffene Frauen, halte ich auch Vorträge zum The,ma Wechseljahre. Kürzlich für eine Salzburger Bildungseinrichtung in einer kleineren Stadtgemeinde.

Gekommen sind 10 Frauen, wir waren also eine kleine, aber feine, Frauenrunde.
Da lässt es sich sehr individuell arbeiten und es ist mir möglich auf alle Fragen einzugehen.

Nach einer Einführung zu den körperlichen Aspekten der Wechseljahre (etwa was genau hormonell passiert, welche Phasen man körperlich durchläuft, welche Beschwerden man erleben kann), einer Darstellung der psychischen Seite ( also den Wechseljahren als Entwicklungsphase der Frau), diskutierten wir die Wege und Schritte des Älterwerdens an sich – wie erleben die anwesenden Frauen diese Lebensphase, vor welchen Fragen stehen sie, gibts Entscheidungen zu fällen, was liegt vor ihnen.
Abschließend berichtete ich, anhand der oftgenannten Wechseljahrebeschwerden Hitzewallung & Schlafstörung, wie man im Alltag mit diesen Beschwerden umgehen kann, was Mutter Natur so bereit hält für diese Symptome. Dabei blieb genug Raum für Erfahrensaustausch und Weitergabe von eigenen Lösungen bzw. Tipps.

Immer wieder höre ich am Ende so eines Abends Aussagen wie:

  • Hat mir gut getan zu hören, daß es auch anderen Frauen so geht.
  • Gott sei Dank. Jetzt weiss ich, daß alles normal ist mit mir.
  • Bin ich froh zu wissen, daß mit mir alles in Ordnung ist.
  • Ich bin jetzt beruhigt. Ich weiss mit mir stimmt alles.

Und jedes Mal denke ich mir:
Ja, und genau dafür- für diese Beruhigung, für diese Erkenntis- hat es sich ausgezahlt hier zu reden.

Wir Frauen glauben immer funktionieren zu müssen, haben den Anspruch an uns (fast) perfekt zu sein.
Jahrelang versorgen viele von uns Mann und Kinder. Jahrelang kommen zuerst die Anderen und dann erst wir.

Der Wechsel bremst uns in diesem Funktionieren manchmal aus. Er stoppt uns etwas, fordert uns auf inne zu halten und über uns und unser Leben nachzudenken, Resumee zu ziehen, vielleicht müssen wir sogar das Leben etwas überdenken und neu planen.

Tja, und in dieser Zeit funktionieren wir eben nicht wie gewohnt. Wir sind vielleicht zickig, wir schwitzen womöglich, vielleicht sind wir vergesslich oder emotional mal durch den Wind, wir erleben Unsicherheit, Hitzewallungen und Schlafstörungen……wir sind in einer Art „zweiten Pubertät.

JA, das alles ist normal. Wir sind im Umbruch, im Wandel.
Und – keine Sorge – es ist nur vorübergehend!
Nach den Wechseljahren sind Sie wieder im Lot. Versprochen.

Keine Lust mehr auf Sex?

Betrachte ich in meinen Web-Stastistiken die Searchwords, also jene Begriffe mit denen meine Homepage gefunden wird, mit denen auf meine Homepage zugegriffen wird, dann stehen „Sexuelle Probleme und Wechseljahre“ und „Scheidentrockenheit“ ganz oben auf der Liste. Erst danach kommen „Gewichtszunahme“ und „Hitzewallungen“.

Wechseljahre & Sexualität sind also ein großes Thema.
Aber leider ein Tabuthema.

Erst kürzlich war eine Klientin bei mir, die am Telefon ihre Hitzewallungen als Grund für die Kontaktaufnahme nannte. Eine ganze Beratungsstunde ging es dann auch nur um die Hitzewallungen, das Gespräch war irgendwie zäh, ich hatte das Gefühl, daß ein ganz anderes Thema die Frau „drückte“, sie aber keine Worte fand.
Auf gut Glück sprach ich das Thema Sexualität direkt an. Sofort sprudelte die Frau los: Sie hätte seit 2 Jahren nur alle heiligen Zeiten Sex. Sie und ihr Partner wären total verunsichert, weil sie würde nicht mehr nass werden. Sie hätte Sorge, daß ihr Mann denken könnte sie hätte keine Lust mehr auf ihn. Sie wäre doch viel zu jung, um keinen Sex mehr zu haben. Sie wäre doch immer eine lustvolle Frau gewesen und sie wisse, das wäre sie immer noch. Nur…..

Mit mir stimmt etwas nicht?

Eine meiner Kooperationspartnerinnen, die Betreiberin der erotischen Boutique Sinn und Sinnlichkeit berichtete mir kürzlich von ähnlichen Erfahrungen: Frauen in den Wechseljahren tragen oft monatelang ihre sexuallen Probleme mit sich herum, meinen mit ihnen würde etwas nicht stimmen, ihr Körper würde nicht mehr richtig funktionieren. Wenn diese Frauen dann erfahren, daß mit ihnen alles in Ordnung ist und daß es Lösungen gibt, etwa bei Scheidentrockenheit, dann erleben sie im Geschäft Erleichterung und vergießen nicht selten viele Tränen.

Sexualität berührt unser Innerstes. Probleme machen Angst.

Sexualität ist ein wichtiger Bereich unseres Lebens. Sie berührt unser Innerstes.
Daher gehen uns sexuelle Probleme auch sehr nah, verunsichern uns, machen Angst.

ABER:
Sie sind damit nicht alleine! Und es gibt viele Möglichkeiten diesen „Störungen“ zu begegnen.
Vom richtigen Gleitmittel über Zäpfchen, natürlichen Mitteln, Ernährung bis zum Luna-Yoga, es gibt viele Möglichkeiten die Lust in Ihnen wieder zu wecken!

Meine Klientin rief mich eine Woche nach dem Beratungsgespräch übrigens an und erzählte, sie hätte ein tolles erotisches Wochenende mit ihrem Mann gehabt und sie hätte „Rotz und Wasser“ geheult beim ersten Mal.

„Ich bin wie befreit“ meinte sie abschließend.

Beratung auch für Männer?

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich auch Männer in den Wechseljahren berate. Gleich vorweg: Nein. Meine Wechseljahreberatung richtet sich an Frauen.

Es kam allerdings schon vor, daß eine Klientin beim dritten oder vierten Termin den Mann dabei hatte, damit der mal hört, was die Wechseljahre sind. Und ich könnte mir durchaus vorstellen einen Mann zu beraten, wenn einer anruft und fragt: Meine Frau hat sich so verändert, kann es sein, daß sie im Wechsel ist und können Sie mich mal informieren. Warum nicht? Auf Gesundheitsmessen höre ich von Männern ja auch oft: „Geben Sie her einen Flyer, wissen Sie, wir leiden ja beide.“

Aber an und für sich berate ich ausschließlich Frauen.

Was jetzt übrigens nicht bedeutet, daß Männer selbst keine Wechseljahre erleben.
Früher hießen sie „Midlife-crisis“, heute werden sie Andropause oder auch Klimakterium virile genannt.
Auch Männer werden älter. Ihre hormonelle Umstellung ist nicht so krass wie bei uns- sie können ja auch bis ins hohe Alter Kinder zeugen- aber trotzdem kommt es zu Veränderungen: Der Testosteronspiegel sinkt, die Menge des Ejakulats nimmt ab- man sagt ein Mann ist in den Wechseljahren, wenn sein Ejakulat unter 2 Milimeter sinkt. Und siehe da, auch Männer können Wechseljahrebeschwerden haben! Diese reichen von Reizbarkeit, Lustlosigkeit über Gewichtszunahme, Muskelabbau bis Erektionsstörungen.

Auch Männer werden älter und „wechseln“ die Lebensphase. Auch sie fragen sich: War das Alles oder kommt noch etwas. Und selbst, wenn sie mit 50 noch einmal Väter werden, dem Älterwerden können auch sie nicht davon laufen.

Und trotzdem:
Ich berate Frauen, keine Männer.

Beratung statt Wunderpille

Erst kürzlich rief wieder eine Frau an und fragte: Was machen Sie denn genau als Wechseljahreberaterin?
Wo und wie beraten Sie? Womit kann man als betroffene Frau zu Ihnen kommen?

Und dann folgte auch noch, die immer wiederkehrende Frage: Sind Sie Ärztin“

Deshalb hier nun die Klarstellung:
Nein, ich bin keine Ärztin. Ich bin diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester mit Spezialisierung auf Wechseljahre und bin selbst in den Wechseljahren. Ich bin also Beraterin und Betroffene gleichzeitig. Ich bin zudem akademische Gerontologin und beschäftige mich seit Jahren schon mit dem Älterwerden, mit den Prozessen des Älterwerdens- körperlich wie psychisch.

Als Wechseljahreberaterin mache ich also keine Untersuchungen, nehme keinen Abstrich, betrachte nicht Gebärmutter und Eierstöcke, bestimme keinen Hormonspiegel und verschreibe keine Medikamente. Dazu haben Sie ja hoffentlich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Wann ist es nun sinnvoll zur Wechseljahreberaterin zu gehen?

Immer wenn…

  • Sie einmal genügend Zeit haben wollen darüber zu reden, wie es Ihnen geht und bereit sind – mit meiner Hilfe- Ihre eigenen Lösungen zu finden.
  • Sie bereit sind natürliche Wege zu gehen, nicht die  rasch wirkenden Pille suchen, die sie wieder zum „Funktionieren“ bringt. 
  • Sie ahnen, dass hinter der Hitzewallung mehr stecken könnte.
  • Sie das Gefühl haben nicht mehr sie selbst zu sein.
  • Sie ihre Wechseljahre bewusst gestalten wollen.

Bei mir erhalten Sie Zeit für Ihre Sorgen und Beschwerden, ich höre Ihnen zu, frage nach und mache mich mit Ihnen gemeinsam auf die Suche nach Ursachen, Möglichkeiten und Lösungen.

Ich informiere, leite an, frage, fasse zusammen, bringe Sie auf den Punkt. Sie erhalten von mir Anregungen, ich berichte Ihnen von Erfahrungen anderer Frauen mit natürlichen Mitteln –aber ob Anregungen auch von Ihnen übernommen werden können, das entscheiden Sie in unserem Beratungsgespräch.

Von schnellen Tipps und einer „Wunderpille“, die bei allen Frauen wirkt, halte ich nichts. Es gibt sie nicht- weder die Wunderpille noch den Tipp der für alle gilt. Es gibt nur persönliche und individuelle Lösungen.
Diese mit Ihnen gemeinsam zu suchen und zu finden ist mein Ziel in der Wechseljahreberatung.

Seminar für Pflegepersonen

Als Wechseljahreberaterin biete, neben der Einzelberatung, auch Seminare an.

Mein Seminar „Wechseljahre- Zeit des Wandels“ biete ich vor allem Firmen an, die ihre MitarbeiterInnen mit meinem Seminar für die Zeit der Wechseljahre stärken wollen.

Es freu mich daher sehr, daß der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband nun mein Seminar gleich zweimal ins Programm genommen hat. Das Seminar findet einmal in Salzburg und einmal in Wien statt.

Hier die Seminarausschreibung für Wien.

Stolz!

Den Frauen meiner Generation wurde eingeimpft: Selbstlob stinkt! Mit diesem hundertmal gehörten Satz wurden wir zu Bescheidenheit  erzogen. Zu so großer Bescheidenheit, daß wir oft nicht mal fähig sind uns hinzustellen und zu sagen: Darauf bin ich stolz!

Ich pfeife seit Jahren auf diese anerzogene Bescheidenheit. Warum bitte soll es ungehörig sein zu sagen: Seht her, das hab ich gemacht!

Warum ich darüber jetzt schreibe? Nun ich bin gerade sehr stolz auf ein Interview das mit mir gemacht wurde und das eben erst in der Salzburger Straßenzeitung
Apropos
erschienen ist.

Hier der Artikel:Interview Sonja Schiff Apropos (2)

Ich bin sehr stolz auf dieses Interview. Es war großartig interviewt zu werden, die Fragen haben mich noch die ganze Nacht beschäftigt. Danke an Michaela Gründler, Chefredakteurin von Apropos. Liebe Michi, danke für den vielen Platz, den du mir gegeben hast und für das äußerst anregende Gespräch.

Wechsel? Aber ich hab doch noch meine Regel!!

wr_logo_rz2

In den letzten Tagen ist mir die Uninformiertheit vieler Frauen zum Thema Wechseljahre wieder bewusst geworden.

  • Da kam etwa eine relativ junge Frau zu mir und berichtete, daß sie sehr frühzeitig im Wechsel wäre. Wie sie zu der Erkenntnis komme, hab ich gefragt. Antwort: Weil ich seit 6 Monaten keine Regel mehr habe.
  • Dann habe ich heute eine Pflege- Kollegin besucht, die als Inkontinenzberaterin tätig ist. Sie erzählte mir, daß sie die Frauen immer fragen würde, ob sie im Wechsel wären und die würden meistens sagen: Ja schon lange. ich hab schon seit 2 Jahren keine Regel mehr!
  • Und eine Bekannte erzählte mir heute am Telefon von allerlei Beschwerden. Auf meine Frage, ob sie schon einmal in Erwägung gezogen habe, daß sie im Wechsel ist, meinte sie mit schockierter Stimme: Nie! Ich hab ja noch meine Regelblutung!

Das Ausbleiben der Regel wird also als „Wechseljahre“ erlebt. Und genau DAS stimmt eben nicht. Wenn die Regelblutung ein Jahr ausgeblieben ist, dann hat eine Frau das ENDE der Wechseljahre erlebt, dann ist sie in der sogenannten Menopause.

Die Wechseljahre selbst, sind die Zeit VOR der Menopause. Sie stellen die Zeit der hormonellen Umstellungsphase dar und den diese Zeit begleitenden Wachstumsprozess einer Frau. Der Begriff „Wechseljahre“ erzählt von dem Wechsel, den man in dieser Zeit erlebt. Man bewegt sich hin zur reifen Frau, man verlässt die Zeit der körperlichen Fruchtbarkeit und tritt ein in einem neue Lebensphase.

Die Wechseljahre beginnen zeitlich ganz unterschiedlich. Jede Frau erlebt sie irgendwann in der Zeit zwischen 40. und 60. Lebensjahr, sie dauert 3 bis 7/8 Jahre. Am Ende der Wechseljahre steht die Menopause.

Hier noch ein paar Begriffe, die Sie vielleicht lesen oder hören:

Klimakterium – (griech: Kliamakter = Stufenleiter, Wendepunkt), medizinische Ausdruck für Wechseljahre, sie stellt die gesamte Phase um den Zeitpunkt der letzten Blutung dar.

Menopause – wird das endgültige Ausbleiben der Regelblutung genannt, sie tritt im Durchschnitt um das 52. Lebensjahr ein, sie ist erst rückblickend ein Jahr später feststellen.

Prämenopause – (lat: prä = vor), die Zeit vor der letzten Regelblutung, tritt zwischen 40. und 50. Lebensjahr ein.

Perimenopause – (lat: peri = um, herum), der Zeitraum unmittelbar vor und nach der letzten Regelblutung.

Postmenopause – (lat: post = nach), die Zeit nach der letzten Regelblutung 

Hilfe, ich bin so vergesslich!

wr_logo_rz2

 

Meine Nachbarin klagt schon seit vielen Wochen darüber, daß sie so vergesslich wäre. Gestern war dann augenfällig, daß die Vergesslichkeit zunimmt und für sie langsam zu einem richtigen Problem wird. Meine Nachbarin verkündet seit ich meine Praxis eröffnet habe, daß sie keine Probleme mit dem Wechsel hat und gar nicht verstehen würde, daß andere Frauen dabei Probleme hätten. Im Gegenteil. Sie war der Meinung, daß wir Frauen uns auf den Wechsel freuen sollten.

Nun kann sich der Wechsel aber auch in Form von Vergesslichkeit zeigen, sie ist ein durchaus typisches Symprom. Was tun? Die Nachbarin darauf hinweisen? Ansprechen? Oder nichts sagen? Man will ja nicht aufdringlich sein oder besserwisserisch….

Nun gut, ich hab sie angesprochen und ihr gesagt, daß sie vielleicht am Beginn der Wechseljahre steht und die Vergesslichkeit eventuell darauf zurück zu führen ist.

„Ehrlich?“ fragte sie erstaunt und erzählte gleich, daß es ihrer Freundin ganz gleich gehen würde. „Die wollte schon zur Demenz-Vorsorge-Untersuchung gehen“ erklärte sie mir lachend.

Gestern hatten wir, die Nachbarin, deren Freundin und ich, einen Termin für eine Stunde Wechseljahreberatung.

Zur Erklärung der Vergesslichkeit gefällt mir die Aussage von Dr. Med. Christiane Northrup, der bekannten amerikanischen Frauenärztin am Besten Sie meinte einmal, daß in den Wechseljahren das Gehirn der Frau „neu verkabelt“ wird. Das passiert, damit wird eine gänzlich neue Art zu denken erreichen. Frauen nach dem Wechsel berichten oft, daß sich ihr Blick geschärft hätte, daß sie klarer geworden wären im Denken und Handeln.
Bis wir „neu verkabelt“ sind, ist die logische Seite unseres Gehirns manchmal etwas schläfrig. Dafür ist die intuitive Seite unseres Gehirns, das emotionale Gedächtnis aktiviert. Wir sind vergesslich, unkonzentriert. Aber wir sind auch sensibler, nehmen besser wahr, erkennen Zusammenhänge.
Problematisch bei der Vergesslichkeit und den Konzentrationsproblemen ist, daß betroffene Frauen oft denken dieser Zustand würde jetzt so bleiben bis ans Lebensende. Das macht natürllich Angst! Hier kann ich als Wechseljahreberaterin trösten und beruhigen. Spätestens nach dem Wechsel ist es wieder vorbei!

Was kann Frau tun gegen die Vergesslichkeit?

In erster Linie vorausdenken.

Sie vergessen laufend Schlüssel, Handy und Geöldbörse, wenn Sie aus dem Haus gehen? Dann bereiten Sie ihr Weggehen vor, legen Sie sich schon vorher alles zurecht, was Sie brauchen. Sie notieren sich etwas Wichtiges gedanklich, aber kaum ist ein Moment vergangen, ist die „Notiz“ schon wieder weg? Dann schreiben Sie sich wichtige Dinge sofort auf. Führen Sie in dieser Zeit ein Notizbuch als „Gehirn“ mit sich.

Außerdem sollten Sie ausreichend schlafen, auf Ihr Inneres hören, Probleme angehen, Ihr Gehirn fordern und etwas Neues lernen! Wie wäre es mit Italienisch? Japanisch? Klavierspielen?

Und am Wichtigsten: Setzen Sie sich positiv mit dem Älterwerden auseinander.

Hören Sie auf über den Alterungsprozess in Klischees zu denken nach dem Motto: „Jetzt werde ich alt und vergesslich.“ Entwickeln sie positive, freudige Bilder für Ihr Älterwerden, denken sie darüber nach was Sie im Älterwerden gewonnen haben und gewinnen werden.

Meine Nachbarin und ihre Freundin sind nach der Beratung beruhigt nach Hause gegangen, beide gewappnet mit einem knallroten Notizbüchlein und viel positiver Energie.

Hitzewallung. Immer der Wechsel Schuld?

wr_logo_rz2

 

Vor ein paar Tagen kam eine Frau in die Praxis – am Telefon nannte sie als Grund ihre fast unerträglichen Hitzewallungen.

Am Beginn meiner Beratung steht immer ein ausführliches Gespräch: Lebenssituation, berufliche Situation, typischer Tagesablauf der Klientin, was wurde schon alles gegen die Hitzewallungen unternommen, was sagt der Frauenarzt/ die Frauenärztin, wie werden die Hitzewallungen erlebt, in welchen Kontext entstehen sie, wie sehen sie genau aus.

In diesem ersten Gespräch konnte ich bereits feststellen, daß manche der beschriebenen Hitzewallungen kaum etwas mit den Wechseljahren zu tun hatten, sondern die Frau die Wallungen selber herbeiführte bzw. sie unterstützte.

So berichtete sie, daß sie morgens eine Wechseldusche nehmen würde, sich danach anziehen und frühstücken würde. Meist würde sie beim Frühstück die erste Hitzewallung erleben.

Tja, kein Wunder! Die Wechseldusche fördert enorm die Durchblutung der Haut und des Körpers!

Zweiter Aspekt- eine Hitzewallung nach der Fahrt ins Büro, nach 30 Minuten Radfahrt. Tja, auch diese Wallung hat wenig mit den Wechseljahren zu tun, sondern mit der Durchblutung des Körpers, durch die Aktivierung des Kreislaufs aufgrund der Radfahrt (zumal sie erzählte dass sie ordentlich Gas geben würde beim Strampeln und es lieben würde sich zu verausgaben!). ABER: Nach der Radfahrt arbeitet der Kreislauf noch nach, der Fahrtwind feht- Frau schwitzt nach.

Manche Hitzwallungen haben also herzlich wenig mit den Wechseljahren zu tun!

Meine Empfehlungen für die Frau waren in diesem Fall das Morgenritual umzustellen: Statt Wechseldusche eine lauwarme Dusche. Danach mit leichtem Kleidchen Frühstück essen, der haut noch Zeit lassen „abzudampfen“ und sich erst danach anzuziehen. Außerdem hab ich ihr empfohlen die Radfahrt ins Büro etwas gemählicher anzugehen, dafür ein T-Shirt zu tragen und dieses Oberteil bei Ankunft im Büro und der erlebten Hitzewallung zu wechseln. Sich verausgaben, Gas-geben beim Radfahren, also Radfahren als Sport empfehl ich in der Freizeit, ev. sogar mit einem regelmäßigen Saunagang danach, damit der Körper auch offiziell schwitzen „darf“ und so die Temperaturregulation stabilisert wird.

Außerdem führt die Frau jetzt für ein Monat ein „Hitzewallungs-Tagebuch“. Wir sind beide schon gespannt, wir daraus neue Erkenntnisse erhalten.