Und wo bleib ich?

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Endlich, die Kinder sind alle aus dem Haus. FREIHEIT! Tun und lassen können was man will und wann man will.

So haben viele Frauen vor ein paar Jahren noch gedacht und sich ins Leben gestürzt.

Doch mittlerweile

  • hat die Tochter ihr erstes Kind bekommen und steht regelmäßig vor der Tür mit den Worten: „Mama, hättest du Zeit um den Kleinen zu nehmen?“ und wirft dir einen verzweifelten Blick zu, der jeden Widerstand zusammenbrechen lässt.
  • ruft die eigene Mutter immer öfter an und meint: „Du könntest du für mich einkaufen fahren. Du weisst ja, ich hab Angst zu stürzen.“
  • fordert die Schwiegermutter jammernd: „Kannst du mir mal beim Putzen helfen? Du weisst ja, ich kann mich ja nicht mehr so bücken.“

Und du ahnst es: Die Freiheit war nur von kurzer Dauer.

Die Wechseljahre sind nicht nur eine hormonelle Umstellung des Körpers. Vielfach werden in der Zeit des Wechsels auch neue Aufgaben, neue Erwartungen und Forderungen an uns Frauen heran getragen. Und nicht selten reiben sich Frauen auf in den an sie gestellten Erwartungen, erfüllen sie ungeschaut und fühlen sich später überfahren, überfordert, eingeengt und stellen sich die Frage: Wo bleibe ich?

Zum Wechsel gehört auch dazu, Klarheit darüber zu gewinnen, welche familiären Forderungen in Zukunft auf mich zukommen und ob und wie ich diese erfüllen kann/ will.

Aufgabe der Großmutter

Wie sehe ich mich selbst als Großmutter? Wieviel Zeit will und kann ich als Großmutter einbringen? Will ich eine tragende Säule in der Betreuung der Enkelkinder spielen und damit viel Zeit investieren – oder- sehe ich mich als Oma, die wenig aber dafür besondere Zeit mit den Enkelkindern verbringt. Will ich vielleicht kaum bis gar nicht auf die Enkerl schauen- sondern mein Leben geniessen?  Wie sag ichs dann meinem Kinde? 

Aufgabe Altenbetreuung

Die Betreuung der älteren Generation beginnt immer schleichend – mal ein Einkauf da, mal ein Wohnungsputz dort, mal beim Duschen helfen da, mal die Schwiegermutter zum Hausarzt fahren dort. Altenbetreuung wird ganz selbstverständlich und meist ohne in den Familien darüber zu reden, den Frauen zugeteilt.

Umso wichtiger ist es, frühzeitig darüber in den Familien zu reden und vor allem sich als Frau darüber im Klaren zu werden welche Rolle man in der Betreuung der älteren Generation spielen kann und will. Welche Betreuungssituationen stehen mir ins Haus in den kommenden jahren? Wie stellen sich die Betroffenen die Betreuung vor? Was kann und will ich einbringen? Wer würde unterstützen? Wo sind meine Grenzen?

Sagen Sie Ja und auch Nein!

Betrachten Sie die möglichen Forderungen Ihrer Familie der kommenden Jahre, analysieren sie diese, werden sie sich selbst darüber im Klaren was sie wollen – und was eben nicht.  Übernehmen Sie Aufgaben bewusst. Lehnen Sie aber Aufgaben oder das Ausmaß einer Aufgabe auch klar ab. Reden sie mit ihrer Familie.

Damit sie nicht zerrieben werden und ihre Freiheit gänzlich verlieren.

Sie haben nur diese eine Leben.

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2 Gedanken zu “Und wo bleib ich?

  1. Sehr geehrte Frau Sonja Schiff,
    als Frau die 6 Jahre eine Demenzkranke gepflegt hatte, weiß ich wovon Sie schreiben. Viele Frauen verlieren sich selbst. Und viele “ Frauen“ die den pflegenden verlieren, fallen in ein tiefes Loch. Hier kann eine Wechseljahreberatung sehr hilfreich sein.
    Herzliche Grüße und es ist schön, das Sie sich diesem Thema annehmen.

  2. Liebe Frau von Gradowski,
    danke für die Rückmeldung. Ich denke das Thema Wechseljahre beratung wird noch viel zu einseitig betrachtet- als ginge es nur um die Hitzewallungen.
    Dabei geht es um das Leben der Frau in dieser Zeit….mit allem was es bringt und fordert.

    Grüße nach Berlin!

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