Hilfe, ich bin so vergesslich!

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Meine Nachbarin klagt schon seit vielen Wochen darüber, daß sie so vergesslich wäre. Gestern war dann augenfällig, daß die Vergesslichkeit zunimmt und für sie langsam zu einem richtigen Problem wird. Meine Nachbarin verkündet seit ich meine Praxis eröffnet habe, daß sie keine Probleme mit dem Wechsel hat und gar nicht verstehen würde, daß andere Frauen dabei Probleme hätten. Im Gegenteil. Sie war der Meinung, daß wir Frauen uns auf den Wechsel freuen sollten.

Nun kann sich der Wechsel aber auch in Form von Vergesslichkeit zeigen, sie ist ein durchaus typisches Symprom. Was tun? Die Nachbarin darauf hinweisen? Ansprechen? Oder nichts sagen? Man will ja nicht aufdringlich sein oder besserwisserisch….

Nun gut, ich hab sie angesprochen und ihr gesagt, daß sie vielleicht am Beginn der Wechseljahre steht und die Vergesslichkeit eventuell darauf zurück zu führen ist.

„Ehrlich?“ fragte sie erstaunt und erzählte gleich, daß es ihrer Freundin ganz gleich gehen würde. „Die wollte schon zur Demenz-Vorsorge-Untersuchung gehen“ erklärte sie mir lachend.

Gestern hatten wir, die Nachbarin, deren Freundin und ich, einen Termin für eine Stunde Wechseljahreberatung.

Zur Erklärung der Vergesslichkeit gefällt mir die Aussage von Dr. Med. Christiane Northrup, der bekannten amerikanischen Frauenärztin am Besten Sie meinte einmal, daß in den Wechseljahren das Gehirn der Frau „neu verkabelt“ wird. Das passiert, damit wird eine gänzlich neue Art zu denken erreichen. Frauen nach dem Wechsel berichten oft, daß sich ihr Blick geschärft hätte, daß sie klarer geworden wären im Denken und Handeln.
Bis wir „neu verkabelt“ sind, ist die logische Seite unseres Gehirns manchmal etwas schläfrig. Dafür ist die intuitive Seite unseres Gehirns, das emotionale Gedächtnis aktiviert. Wir sind vergesslich, unkonzentriert. Aber wir sind auch sensibler, nehmen besser wahr, erkennen Zusammenhänge.
Problematisch bei der Vergesslichkeit und den Konzentrationsproblemen ist, daß betroffene Frauen oft denken dieser Zustand würde jetzt so bleiben bis ans Lebensende. Das macht natürllich Angst! Hier kann ich als Wechseljahreberaterin trösten und beruhigen. Spätestens nach dem Wechsel ist es wieder vorbei!

Was kann Frau tun gegen die Vergesslichkeit?

In erster Linie vorausdenken.

Sie vergessen laufend Schlüssel, Handy und Geöldbörse, wenn Sie aus dem Haus gehen? Dann bereiten Sie ihr Weggehen vor, legen Sie sich schon vorher alles zurecht, was Sie brauchen. Sie notieren sich etwas Wichtiges gedanklich, aber kaum ist ein Moment vergangen, ist die „Notiz“ schon wieder weg? Dann schreiben Sie sich wichtige Dinge sofort auf. Führen Sie in dieser Zeit ein Notizbuch als „Gehirn“ mit sich.

Außerdem sollten Sie ausreichend schlafen, auf Ihr Inneres hören, Probleme angehen, Ihr Gehirn fordern und etwas Neues lernen! Wie wäre es mit Italienisch? Japanisch? Klavierspielen?

Und am Wichtigsten: Setzen Sie sich positiv mit dem Älterwerden auseinander.

Hören Sie auf über den Alterungsprozess in Klischees zu denken nach dem Motto: „Jetzt werde ich alt und vergesslich.“ Entwickeln sie positive, freudige Bilder für Ihr Älterwerden, denken sie darüber nach was Sie im Älterwerden gewonnen haben und gewinnen werden.

Meine Nachbarin und ihre Freundin sind nach der Beratung beruhigt nach Hause gegangen, beide gewappnet mit einem knallroten Notizbüchlein und viel positiver Energie.

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